Beispiel einer Hochsensiblen

Julia, eine junge Frau, hat heute frei. Es ist 11 Uhr am Vormittag und es scheint die Sonne. Sie ist vor 2 Stunden aufgestanden, hat gut gefrühstückt, ihr Partner ist bereits in der Arbeit und sie freut sich auf den bevorstehenden Tag. Sie entscheidet, sich mit ihrer Mutter zu treffen und sitzt kurze Zeit darauf in einer Straßenbahn. Ein für sie sehr traurig wirkendes Mädchen sitzt neben ihr, schwarz gekleidet und die Kapuze im Gesicht. Julia spürt, dass es diesem Mädchen nicht gut geht, und obwohl sie sehr gut gelaunt die Stra- ßenbahn betreten hat, fühlt sie plötzlich einen Druck auf der Brust.

Sie hat das Gefühl, nicht mehr glücklich sein zu können, weil sie ein schlechtes Ge- wissen spürt – dem Mädchen neben ihr würde es jetzt bestimmt noch schlechter ge- hen, wenn sie wahrnehmen würde, dass es Julia so gut geht. Also sitzt Julia da und nimmt ihre Kopfhörer aus der Tasche. Sie schaltet ein eher melancholisches Lied ein und blickt aus dem Fenster – irgendwie sieht die Umgebung jetzt grauer aus, obwohl doch die Sonne scheint?

Als Julia hinausblickt, beobachtet sie zwei Pensionisten, die gerade eben die Straßen- bahn betreten und es sich eine Sitzreihe hinter ihr bequem machen. Julia spürt förmlich die Blicke in ihrem Rücken und fragt sich, was die älteren Menschen wohl gerade von ihr denken könnten. Julia hat das bedrückende Gefühl, dass diese älteren Menschen denken, sie sei einer dieser jungen Menschen, die keine Manieren hätten, nicht mehr grüßen wür- den und immer nur mit Musik in den Ohren durch die Gegend laufen.

Auch ihre eigenen Großeltern denken so über junge Menschen. Julia fühlt sich miss- verstanden und hat das Gefühl, für sich und ihre Generation ein Exempel statuieren zu müssen. Sie nimmt die Kopfhörer aus den Ohren und greift in ihre Tasche, um ihr Buch aufzuschlagen. Sie hat das Gefühl, sie könnte so den Pensionisten zeigen, dass junge Menschen auch belesen sind und etwas aus sich machen. Während sie ins Buch sieht, dreht sie sich lächelnd zur Seite. Sie grinst die älteren Herrschaften freundlich an, um ihnen ihre Höflichkeit zu demonstrieren. Plötzlich spürt sie wieder diesen Druck in der Brust. Ob das Mädchen neben ihr sie gesehen haben könnte, und ob es dem Mädchen wegen ihr jetzt noch schlechter gehen könnte?

Als sie gerade wieder ihre Kopfhörer sucht, steigt ein äußerlich sehr wenig gepflegter Mann mit vielen Plastiksäcken in der Hand ein. Julia sieht den Mann und bekommt ein schlechtes Gewissen. Dieser Mann sieht so aus, als habe er nichts und sie sitzt da mit ihren teuren Klamotten und den Kopfhörern und einem Buch und einer gelösten Fahrkar- te. Wie ungerecht die Welt doch ist und wie kommt sie eigentlich dazu, so viel zu haben?

Als sie aufstehen will, um dem Mann wenigstens einen Sitzplatz anzubieten, sieht sie aus dem Fenster und realisiert, dass sie 4 Stationen zu weit gefahren ist.
Sie geht schnell zum Ausgang, steigt aus der Straßenbahn aus und sieht sie an sich vorbei wegfahren. 25 Minuten nachdem Julia die Straßenbahn betreten hat, fühlt sie sich komplett anders.

Sie fühlt sich bedrückt,
sie hat ein schlechtes Gewissen,
sie fragt sich, wie ungerecht die Welt doch sei und von ihrer ursprünglich so guten Stimmung spürt sie nichts mehr.

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