Der Moment

Wie ist es wohl wahrhaftig im Moment zu sein? Was empfinde ich dabei und wie verändert sich dadurch mein Blick auf die Vergangenheit, auf meine Zukunft und auf meine Gegenwart.
Innehalten, bei sich sein, den Moment beachten und nicht weiter denken. Wie gerne würden wir oft einfach nur da sein wo wir gerade sind und nicht die nächsten Schritte denken. Es gab immer einen Tag in der Woche wo mir dieses Bedürfnis besonders bewusst wurde. Es war der Sonntag vor der nächsten Arbeitswoche. Schon in der Früh bin ich mit einem Gefühl erwacht wo ich gerne die Zeit einfrieren wollte. Nachdem ich 5 Tage darauf gewartet und hin gearbeitet habe, dass endlich wieder Wochenende ist war der Sonntag immer ein zwiegespaltener Tag. Auf der einen Seite wusste ich, dass es der 2. Tag meiner 2 freien Tage ist und ich ihn doch genießen sollte. Auf der anderen Seite ist es nun mal der letzte Tag der 2 freien Tage und meine Gedanken driften immer wieder ab, an den nächsten Tag, an die nächste Woche. Was hab ich letzte Woche liegengelassen in dem Gedanken daran, dass doch jetzt erst mal das Wochenende kommen sollte? Was wartet auf mich, welche Termine stehen an? Genau da spürte ich das Gefühl! Bitte lass die Stunden langsam vergehen. Ich möchte noch so viele Dinge in der kurzen Zeit erleben und gleichzeitig bin ich so müde und möchte viele Stunden schlafen, einfach nur herumliegen und doch weiß ich dass dann die Zeit noch viel schneller vergeht. Ich fühle mich gefangen. In dem Gefühl, dass die Zeit verrinnt, immer verrinnt und der nächste Tag kommt, egal was ich mache. In dieser Frustration und dem angestauten Druck der sich in meinem Körper breit macht möchte ich nichts als weg. Weglaufen, rennen ohne innezuhalten. Ich möchte wohin laufen wo Zeit keine Bedeutung hat. An einen Ort wo ich das mit mir anfangen darf was ich möchte ohne zu spüren, dass die Anforderungen des Alltags und des Berufs auf mich einprasseln. Ich sehne mich nach einem Zustand des „einfach nur da seins“. Einen Zustand in dem ich einfach ich bin. In dem nicht zählt was ich leiste, was ich sage, wie ich handle, was ich zu tun habe. Einen Zustand in dem es keine Bewertungen gibt, weder von anderen noch meine eigenen. Doch in diesem Moment sitze ich noch immer hier. Auf der Couch und frage mich wie ich den Sonntag, den zweiten Tag meiner 2 freien Tage, den letzten Tag meiner 2 freien Tage, gestalten könnte. Ich sitze ganz still und schaue aus dem Fenster. Ich sehe meine Kater wie er sich auf der Terrasse putzt. Wie sich sein geschmeidiges Fell in der Sonne zeigt. Er sitzt auf einem Holzbrett, das von der Witterung gezeichnet ist. Ich sehe die Schraube die schon etwas rostig ist. Ich nehme auf einmal das Zwitschern eines Vogels wahr. Es ist ein schöner Gesang und ich singe ihn in Gedanken mit ihm mit. Ich schließe die Augen und spüre meinen Atem in meinen Bauch. Mir fällt auf, dass meine Atmung flach ist und versuche ganz tief in meinen Bauch zu atmen. Ich spüre die Luft wie sie durch meine Nasenlöcher einströmt und durch meinen Mund wieder hinausgeht. Ich stelle mir vor, dass die Luft die ich einatme ein besonders schönes weiß hat- wie das Fell meines Katers der nur ein paar Meter neben mir sitzt. Es ist ein glänzendes weiß, ein warmes weiß das in mich hineinströmt, sich in meinem Körper ausbreitet um dann aus meinem Mund wieder in die Welt zu strömen. Ich stelle mir vor wie diese Luft nach Außen geht, mich umgibt, das Haus in dem ich auf dieser Couch sitze umgibt, wie es rund um das Haus strömt, in den Ort in dem ich wohne, in den Bezirk in dem der Ort ist in dem ich wohne und sich rund um den Bezirk im ganzen Land ausbreitet. Ich sehe die weiße Luft, wie sie durch alle Felder, durch alle Häuser und Geschäfte hindurch, die Menschen umgibt, wie sie Kinder umarmt und hinauf zur Sonne fliegt. Ich spüre wie sie in andere Länder fließt und sich über das Meer bewegt. Ich sehe die Wellen auf dem Meer und die Fische die ich durch die Wasseroberfläche hindurch betrachten kann. Sie bewegt sich so sanft und elegant, so unscheinbar und doch so kräftig. Sie ist da und sie ist nicht da. Sie ist begreifbar und doch unvorstellbar. Und ich atme wieder ein und wieder aus, öffne die Augen und sehe eine kleine Fliege auf meinem Handrücken. Sie putzt sich. Auch sie putzt sich. Wie mein Kater.
Und wie aus dem Nichts erkenne ich, dass ich meiner selbst Willen auf dieser Welt bin. Dass ich hier bin um mich zu leben. Hier bin um meine Bestimmung zu finden. Hier bin um mich zu erkennen, ganz tief in mir ein zu Hause zu finden. Ich spüre die Kraft in mir und das Vertrauen in meinen Weg. Alles rund um mich, meine Verpflichtungen und meine Gedanken relativieren sich in diesem Moment. Ich spüre mein Sein. Das Sein das nicht nur meinen Körper sondern meine Reichweite umgibt. Das Sein das nicht auf meinen Körper beschränkt ist sondern sich nur in diesem Körper zeigt. Ich bin. Ich bin. Ich bin.
Und wo ich bin bestimme ich.

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