Vöglein flieg

Die Geschichte beginnt an einem bestimmten Ort, der sich in einem großen, dicken, stark gebauten Baum befindet. Der Baum steht hier schon viele Jahrzehnte, wenn nicht gar ein Jahrhundert, hier am Ufer eines kleinen Flusses. Seine Äste und Blätter verändern sich mit den Jahreszeiten, doch der Platz des Baumes mit seinen mächtigen, verzweigten Wurzeln wird sich niemals ändern. Dieser Baum hat schon vieles gesehen und Veränderungen erlebt. Und genau zu dieser Zeit ereignet sich ein Abenteuer, das sich jedes Jahr aufs Neue wiederholt.

Durch ein Loch, so groß wie ein Fußball im Baum, circa 8 Meter in der Höhe kann, man in den Innenraum dieses Baumes sehen. Es zeigt sich ein wohlig warmes Nestchen, das mit Stroh und Ästen ausgelegt ist. Es ist nichts zu hören außer einem kleinen Luftstoß, der gerade jetzt ein leichtes Rascheln des Nestbaus hervorruft. Die Luft im Nest ist etwas stickig und die Gräser riechen nach einer Frühlingswiese mit vielen bunten, großen und kleinen Blumen. Im Nest liegen 4 Eier, so groß wie ein gewöhnliches Hühnerei, die sich ganz plötzlich ganz leicht und doch merkbar an der einen und der anderen Stelle zu bewegen beginnen. Zuerst ganz sachte kugeln die Eier ein bisschen herum, bis ein leises Fiepen und Zwitschern vernehmbar ist. Nun sieht man, wie sich ein kleines schwarzes, mit oranger Farbe geflecktes Schnäbelchen aus dem Ei klopft. Ein winziges Schalenstück wird herausgepickt und wenn man den Blick umher- schweift, erkennt man auch bei den anderen Eiern, dass sich kleine starke Schnäbel- chen ihren Weg daraus bahnen. In den Eiern scheint es viel zu eng geworden zu sein. Man erkennt langsam nicht nur den Schnabel des fiependen Vogels, sondern auch sein nasses Fiederkleid. Man spürt die Anstrengungen und die Kraft dieses kleinen Tieres, wie es versucht, sich einen Weg in die Beweglichkeit und Freiheit zu bahnen. Doch von irgendwoher weiß dieses kleine gefiederte, zwitschernde Vöglein, dass es Zeit wird, aus dem einst notwendigen Ei über seine Komfortzone hinauszugehen. Nach und nach hört man viele Geräusche in dem einst so stillen Nestchen. Es raschelt, zwitschert, es fiept und knistert und schon bald purzeln die ersten Vögelknäuel durch das Nest. Sie sehen sich langsam und aufgeregt um, erkunden ihr Zuhause, die neue Umgebung und ihre Gemeinschaft. Sie putzen sich und aus dem nassen Gefieder entwickelt sich ein kuscheliges Federkleid, das sie vor Kälte schützt. Wie schlau doch der Körper ist und sich sofort auf neue Begebenheiten einstellt.

Doch es ist spürbar, dass den Vögelchen etwas Wesentliches, Bedeutsames für ihr Weiterleben fehlt. Immer mehr Aufregung ist zu vernehmen und das erste Vögelchen streckt suchend seinen Hals durch das fußballgroße Loch im Baum. Da! Da unten im Wasser, genau unter dem Nestchen erkennt das fiepende, erst ein paar Stunden alte Vögelchen einen Fluss. Es ist eine Menge tiefblaues Wasser, das sich mit einem Rau- schen neben dem Baum seinen gewohnten Weg bahnt. Am Fluss ist ein älterer Vogel zu sehen, der, an der Wasseroberfläche schwimmend, den frisch geschlüpften Vöglein Wichtiges mitzuteilen hat. Ein lautes Zwitschern und Singen ist jetzt in dem Nestchen und am Wasser zu hören, und das erste Vögelchen nimmt all seinen Mut zusammen und klettert mit seinen kleinen Füßen an den Rand des Loches. Von Außen sieht man nun das kleine Knäuel wild mit seinen Flügeln flattern. Es sieht nach unten: 8 Meter, für ein so kleines Tier ist diese Entfernung so hoch als würde ein Mensch von einer Klippe ins Meer springen. Es probiert das erste Mal seine angeborenen Fähigkeiten aus und SPRINGT. Vom Inneren des Baumes ist nun lautes Fiepen zu hören und das mutigste der Vögelchen fällt im freien Fall mit flatternden, noch kaum zu erkennenden Flügeln, plumps, in das fließende Gewässer. Es taucht unter und strampelt, bis es mit einem Atemzug an der Wasseroberfläche erscheint.

Nun haben auch die anderen den notwendigen Mut gefasst und eins nach dem ande- ren hüpft in völligem Vertrauen zu sich und der Welt aus dem Nestchen in sein indivi- duell bestimmtes Leben.

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